Karat: die Geschichte hinter der Maßeinheit für Edelsteine und die heutige Bedeutung des Begriffs

Hinter dem Begriff Karat, wie wir ihn kennen, verbirgt sich eine alte Geschichte. Das Wort ist zurückzuführen auf das Griechische „keras“, was so viel bedeutet wie „Horn“. Gemeint ist hiermit die Frucht des Johannisbrotbaums, die in ihrer Form an ein Hörnchen erinnert. Doch was hat das mit unserem Karat zu tun? Eben diese Frucht des Johannisbrotbaums soll vor vielen Jahren als Gewicht für das Abmessen von Edelsteinen und Gold gedient haben. Verbreitet war nämlich die Meinung, dass die hörnchenförmigen Schoten stets dasselbe Gewicht von 0,2 g aufwiesen und somit eine zuverlässige Hilfe bei der Ermittlung des Gewichts der edlen Substanzen sei. In unseren allgemeinen Sprachgebrauch soll das Wort Karat bzw. Carat übrigens über das lateinische Wort carratus oder das französische Wort le carat gekommen sein. Heute verstehen wir unter dem Begriff Karat allerdings etwas anderes: Das metrische Karat gilt als Maßeinheit, mit der die Masse von Edelsteinen angegeben wird. Genauer handelt es sich bei Karat um eines der Qualitätsmerkmale von Diamanten. Von diesen gibt es vier wichtige, die auch als die vier Cs bezeichnet werden. Sie sind eine große und allgemein anerkannte Hilfe, wenn es darum geht, den Preis eines Diamanten festzulegen. Dazu sollten Sie sich merken, dass 1 Karat 0,2 Gramm entspricht. Allerdings gibt es eine weitere Bedeutung des Begriffes: Als Karat wird in Fachkreisen auch der Feingehalt von Gold bezeichnet.

Verwendung des Begriffes Karat: Was sollten Sie über die Maßeinheit wissen?

Sie wissen nun bereits, dass das metrische Karat als Gewichtseinheit zu verstehen ist, wobei ein Karat 0,2 Gramm entspricht. Mit Hilfe dieser Maßeinheit ist es möglich, das Gewicht und den Preis von Edelsteinen zu bestimmen. Von den landesspezifischen Abkürzungen im deutschsprachigen Raum sollten Sie sich allerdings nicht verwirren lassen.

  • In Deutschland lautet die Abkürzung für Karat bei Diamanten kt.
  • Die Abkürzung für Karat als Maßeinheit für Gold lautet in Deutschland ebenfalls kt oder auch K.
  • In Österreich und der Schweiz ist bei Diamanten die internationale Schreibweise Carat gebräuchlicher. Daher lautet die Abkürzung für der Maßeinheit für Diamanten hier ct.
  • Für den Feingehalt von Gold ist in Österreich und der Schweiz hingegen die Schreibweise Karat gebräuchlich und daher die Abkürzung kt.
  • Speziell bei Uhreneinprägungen wird häufiger die Abkürzung „C“ verwendet.

Eine weitere Maßeinheit gibt es bei sehr kleinen Diamant-Exemplaren: die Unterteilung in Punkte. Hierbei erfolgt eine Unterteilung des Karats in 100 Punkte. Ein Halbkaräter würde demnach ein Gewicht von 50 Punkten aufweisen.

  • 0,5 Karat = 50 Punkte
  • 0,75 Karat = 75 Punkte
  • 1 Karat = 100 Punkte

Übrigens: Bei Silber spricht man niemals von Karat. Hier gibt es eine andere Maßeinheit, die Lötigkeit. Dabei handelt es sich um eine Skala, die aus 16 Einteilungen besteht.

Was zeichnet Diamanten und Edelsteine aus?

Der bekannteste Edelstein ist der Diamant. Er ist eine kristalline Form des elementaren Kohlenstoffs. Doch es gibt noch weitere Edelsteine. Grundsätzlich fasst man unter diesem Begriff Schmucksteine zusammen, welche sich durch folgende Kriterien auszeichnen: Sie sind selten, was bedeutet, dass es nur wenige Standorte gibt, an denen man sie findet. Zudem sind sie transparent, also möglichst ohne sichtbare Einschlüsse und von hoher Reinheit. Nicht zuletzt weisen sie eine Edelsteinhärte (auch als Mohshärte bezeichnet) von über 7 auf. Das macht sie robuster und widerstandsfähiger als andere Materialien. Neben dem Diamanten sind auch Rubin, Smaragd, Topas und Saphir bekannte und beliebte Edelsteine.

Wie wird die Qualität von Diamanten ermittelt?

Sie möchten einen Diamanten kaufen? Dann verlassen Sie sich nicht bloß auf dessen Gewicht. Dieses alleine stellt nämlich keinen zuverlässigen Indikator für die Diamantgröße dar. Merken Sie sich außerdem: Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Größe und Wert eines Edelsteins. Dessen Wert lässt sich präziser mithilfe von vier Faktoren ermitteln, und zwar mit den sogenannten 4 Cs:

  • Carat
  • Color (Farbe)
  • Clarity (Reinheit)
  • und Cut (Schliff).

Unter der Reinheit (clarity) verstehen Experten die Sichtbarkeit von Einschlüssen im Stein. Die Farbgebung (color) von Edelsteinen kann variieren zwischen weiß bis hin zu gelblich. Hier erfolgt eine genaue Einstufung. Je heller der Stein ist, umso wertvoller wird er eingestuft. Dies gilt allerdings nicht für Edelsteine, die alle Regenbogenfarben aufweisen. Diese entstehen durch einen speziellen Schliff und werden als „fancy colored diamonds“ bezeichnet. Nicht zuletzt bestimmt auch der Schliffgrad, wie wertvoll der Edelstein ist (Brillianz). Sie dürfen auch nicht automatisch davon ausgehen, dass der Preis eines Edelsteins mit seiner Karatzahl gleichmäßig steigt. Hier kommt es für gewöhnlich eher zu einer sprunghaften Preissteigerung. Je größer die Karatzahl wird, umso größer werden diese sprunghaften Steigerungen.

Was den Zusammenhang zwischen Größe und Karat eines Edelsteins betrifft, sollten Sie sich folgendes merken:
  • Ein tiefer Edelstein wirkt von oben kleiner, da das Gewicht im unteren Bereich seinen Schwerpunkt hat. Steine mit Tiefe wirken daher kleiner.
  • Steine mit hoher Karatzahl wirken kleiner, wenn sie einen einfachen Schliff haben. Achten Sie daher auch auf den Schliffgrad bzw. auf die Brillanz des Edelsteins.
  • Achten Sie auf die Tafel. Das ist der sichtbare Anteil bei Edelsteinen bei der Draufsicht. Ein größerer Sichtbereich (eine größere Tafel) lässt den Diamanten automatisch größer erscheinen.

Eine wichtige Entscheidung vor dem Kauf: Wieviel Karat passen zu welchem Ring?

Die Karatzahl ist einer der Faktoren, welche die Wirkung des Edelsteins am Ring beeinflussen. Wenn Sie den Kauf eines Eherings oder eines Verlobungsrings planen, fragen Sie sich daher vermutlich: „Wie viel Karat sollte ich für den Diamanten des Eheringringes oder Verlobungsringes wählen? Zudem haben Sie die Wahl zwischen dem Kauf eines fertigen Diamantrings oder dem eigenen Zusammenstellen eines Diamantringes und eines dazu passenden Rings. Doch was sind dabei die jeweiligen Vor- und Nachteile?


Ein Vorteil liegt auf der Hand: Entscheiden Sie sich für einen fertiggestellten Diamantring, haben Sie die Möglichkeit, den jeweiligen Ring direkt an Ihrer Hand zu betrachten und dessen Wirkung zu beurteilen. Denn je nachdem, wie groß die eigenen Hände sind, wirkt der Edelstein auf dem Ring auch etwas größer oder kleiner. Hier ist der direkte Vergleich zwischen mehreren Ringen eine echte Entscheidungshilfe. Darüber hinaus ist ein fertiger Ring mit Diamant eine einfache und zeitsparende Alternative – vor allem, wenn die Hochzeit naht und Sie es eilig haben.
Haben Sie allerdings etwas mehr Zeit und wünschen sich ein individuelles, exakt auf Sie zugeschnittenes Schmuckstück, ziehen Sie doch die Zusammenstellung von Ring und Diamant in Erwägung. Hierbei können Sie die Diamant-Qualität genau unter die Lupe nehmen, sich für Ihr persönliches Lieblingsstück entscheiden und einen Ring kreieren, der perfekt zu Ihnen passt. Sie haben dabei einzigartige Möglichkeiten zur Gestaltung des Verlobungs- oder Traurings und konzentrieren sich auf die Qualität des Diamanten. Nicht zuletzt haben Sie die Chance, den Stein von allen Seiten zu begutachten, bevor er auf die Fassung des Rings montiert wird.


Wie viel Karat Ihr Verlobungsring haben soll, hängt auch von Ihrem persönlichen Budget ab. Der emotionale Wert des Schmuckstücks ist stets höher als der materielle. Sie finden beim Juwelier Verlobungsringe ab ungefähr 0,10 Karat. Hier ist der Diamant allerdings kaum zu sehen. Wenn Sie eine schlichte Variante suchen, ist dies jedoch vielleicht genau die richtige Wahl. Soll es etwas traditioneller sein? Dann wählen Sie den Klassiker, einen Einkaräter, also einen Diamanten mit einem Karat. Mehr als drei Karat sollten es allerdings nicht werden, wenn Sie oder Ihr Partner nicht der Typ für besonders exzentrische Schmuckstücke sind.

KaratGröße
0,01ktca. 1,35mm
0,02ktca. 1,75mm
0,03ktca. 2,00mm
0,04ktca. 2,20mm
0,05ktca. 2,40mm
0,06ktca. 2,50mm
0,07ktca. 2,65mm
0,08ktca. 2,75mm
0,09ktca. 2,85mm
0,10ktca. 3,00mm
0,11ktca. 3,10mm
0,12ktca. 3,18mm
0,13ktca. 3,25mm
0,14ktca. 3,35mm
0,15ktca. 3,40mm
0,18ktca. 3,65mm
0,20ktca. 3,80mm
0,25ktca. 4,10mm
0,28ktca. 4,25mm
0,30ktca. 4,30mm
0,38ktca. 4,70mm
0,40ktca. 4,80mm
0,45ktca. 5,00mm
0,50ktca. 5,20mm
0,65ktca. 5,60mm
0,75ktca. 5,90mm
0,85ktca. 6,20mm
1,00ktca. 6,50mm
1,50ktca. 7,40mm
2,00ktca. 8,20mm
3,00ktca. 9,30mm
5,00ktca. 11,00mm

Karat als Feingehalt von Gold

Wie bereits erwähnt wird mit der Einheit Karat aber auch der Feingehalt von Gold angeben. Mit diesem Feingehalt ist der Gewichtsanteil von reinem Gold gemeint, der in der gesamten Masse einer Legierung vorliegt. Typische Goldlegierungen sind Kupfer oder Silber, aber auch die Verschmelzung mit Palladium und weiteren Metallen ist möglich. Der Zweck hinter diesen Verschmelzungen ist hauptsächlich die Verhärtung des relativ weichen Goldes. Aber auch Farbgoldlegierungen sind beliebt, um dem Edelmetall eine besondere Farbgebung zu verleihen.

Wenn der Gold-Feingehalt in Karat angegeben wird, erfolgt dies in x/24 Teilen. So hat beispielsweise einkarätiges Gold einen Gewichtsanteil von 1/24 der Gesamtmasse, also knapp 4,2 Prozent. Hierbei ist zu beachten, dass es sich um eine theoretische Angabe handelt. In der Praxis sieht es etwas anders aus: Durch Verunreinigungen, die sich kaum vermeiden lassen, wird die Reinheit etwas beeinträchtigt. So kann man davon ausgehen, dass 24-karätiges Gold eine Reinheit von nicht 100, sondern 99,99 Prozent hat. Neben der Maßeinheit Karat ist auch die Angabe in 1/1000 Teilen bei Goldlegierungen üblich. In dem Fall hätte 24-karätiges Gold einen Anteil von 999,9 Teilen. Dieses wird auch als Feingold bezeichnet. Gold mit einem Feingehalt von 333 besteht zu 1/3 aus dem reinen Edelmetall.

Legierung:Karat:Goldanteil:
3338333/1000=33,3%
3759375/1000=37,5%
58514585/1000=58,5%
75018750/1000=75,0%
87521875/1000=87,5%
90021,6900/1000=90,0%
91622916/1000=91,6%
96523,2965/1000=96,5%
999,0, Feingold24999,9/1000=99,99%

Woher kommt die Bezeichnung Karat als Maßeinheit bei Gold?

Hierzulande bezeichnete man früher ein Goldgewicht als Karat. Damit war der 24. Teil einer Mark gemeint, also einer von 24 Teilen, in die eine Mark eingeteilt wurde. Diese Einheit nutzte man zur Bestimmung der Feinheit von Gold. Meistens unterteilte man dabei ein Karat in 12 Grän. Die Untereinheit Grän (auch Gran) ist auf das römische Wort Gran zurückzuführen, was vermutlich für ein Gerstenkorn stand. So viel zur Geschichte des Karats bezüglich des Goldes. Doch wie sieht die Verwendung dieser Einheit heute aus? Und gibt es landesspezifische Regelungen, wie hoch der Reinheitsgrad sein muss, damit Gold überhaupt als Gold verkauft werden darf? Die Antworten auf diese und weitere spannende Fragen erwarten Sie im folgenden Abschnitt.

Feingold

Internationale Unterschiede – der Mindest-Reinheitsgrad für Goldlegierungen in verschiedenen Ländern

In den verschiedenen Ländern gibt es unterschiedliche Definierungen des Mindest-Reinheitsgrades von Gold, die sich auf den blichen Gebrauch oder auf den gesetzlichen Mindestwert beziehen können. Dieser Mindest-Reinheitsgrad muss eingehalten werden, damit Schmuck aus Gold auch als solches in den Handel gebracht werden darf.
In Deutschland regelt dies das sogenannte „Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren“. Das Gesetz besagt, dass die Reinheit des Edelmetalls mindestens 8 Karat, entsprechend eine 333-er Feinheit, haben muss, um als Gold verkauft zu werden. Dies gilt für Goldlegierungen. In Spanien beispielsweise liegt dieser Mindestwert mit 375 bzw. 9 Karat nur geringfügig höher, während etwa Italien, Frankreich und die Schweiz mit 750er-Feinheit bzw. mindestens 18 Karat vergleichsweise hohe Werte ansetzen. Im mittleren Bereich befinden sich Länder wie Holland (585 bzw. 14 Karat) oder die USA (417 bzw. 10 Karat).

LandFeinheitKarat
DeutschlandGold 333mindestens 8kt
SpanienGold 375mindestens 9kt
GroßbritannienGold 375mindestens 9kt
USAGold 417mindestens 10kt
NiederlandeGold 585mindestens 14kt
Frankreich Gold 750mindestens 18kt
ItalienGold 750mindestens 18kt
SchweizGold 750mindestens 18kt

Karat (Carat) - Fazit

Der Begriff Karat spielt als wichtige Maßeinheit eine Rolle bei der Ermittlung des Wertes von Edelsteinen und wenn es um den Feingehalt von Gold geht. Das Karat alleine entscheidet jedoch noch nicht über Größe, Aussehen und Wert von Edelsteinen wie Diamanten. Wenn Sie den Kauf eines Verlobungsrings oder Traurings mit einem solchen Schmuckstein planen, sollten Sie daher die Kriterien im Hinterkopf behalten, die dessen eigentlichen Wert und Aussehen bestimmen. Damit der Ring, an den der Edelstein angebracht wird, auch perfekt passt, nutzen Sie unsere kostenlose Ringschablone. Wenn Sie sich schon bald an einem für Sie rundum passenden Schmuckstück für die Ewigkeit erfreuen möchten, durchstöbern Sie gerne auch unser vielseitiges Trauringe-Sortiment.