Brautpaarfiguren auf Balancebrett

Hochzeit und Kosten – was gehört zum Hochzeitsbudget?

Ein altes deutsches Sprichwort sagt: Gut vorbedacht – schon halb gemacht. Das gilt natürlich auch bei einem so wichtigen und umfangreichen Ereignis wie einer Hochzeit.

Die Hochzeitsplanung soll Spaß machen und idealerweise die Vorfreude auf diesen schönen Tag schüren. Deshalb ist es besonders ratsam, das Gesamtbudget im Vorfeld festzulegen und stets im Blick zu behalten. Doch wie hoch sind eigentlich die Kosten für eine Hochzeit? Trauringe, Hochzeitskleid, Smoking, Location, Hochzeitsauto – mit einer guten und strukturierten Planung können Sie einige Kosten einsparen. Erhalten Sie hier einen ersten Einblick über anfallende Hochzeitskosten. 

Inhaltsangabe:

Wie teuer ist eine Hochzeit? Das hängt natürlich von den individuellen Wünschen der Heiratswilligen ab. In Deutschland veranschlagen Brautpaare für ihre Hochzeitsfeier durchschnittlich zwischen 5.000 und 10.000 Euro; aber auch nach unten und oben gibt es einigen Spielraum.

Üblicherweise kommen insgesamt folgende Budgetposten aufs Brautpaar zu:

  • Standesamthochzeit, Kosten und Gebühren
  • Kosten für Dokumente oder Formalitäten
  • Ggf. Kosten für die kirchliche Trauung
  • Brautkleid, Makeup, Accessoires, Schuhe, Schmuck für die Braut
  • Hochzeitsanzug, Schuhe, Reversschmuck für den Bräutigam
  • Trauringe, ggf. Ringkissen
  • Brautstrauß, Blumenschmuck, ggf. Blumenmädchen
  • Papeterie (Einladungen, Menükarten usw.), Versand, Gastgeschenke
  • Ggf. Kosten für den Polterabend
  • Kosten für die Feier (Location, Menü, Musik usw.)
  • Kosten für die professionelle Begleitung der Feier (Fotograf, Visagistin usw.)
  • Reisekosten und/oder die Kosten für die Flitterwochen

Ein realistisches Budget ist also essenziell. Sobald es festgelegt wurde, hilft es, sich gemeinsam zu überlegen, was für Sie persönlich bei der Hochzeit wichtig ist und wo Ihre Prioritäten liegen. Um aus Ihrem Hochzeitsbudget das Beste rauszuholen, stellen Sie sich doch einmal diese Fragen:

  1. Wie viele Gäste erwarten Sie?
  2. Welche Location stellen Sie sich vor?
  3. Legen Sie Wert auf professionelle Dienstleister wie Limousinenfahrer, DJ, Redner usw.?
  4. Welche „Stationen“ der Feier gibt es? Standesamt, Kirche, Empfang, freie Trauung kosten alle etwas und fallen doch je nach Brautpaar unterschiedlich aus.
  5. Gibt es ein übergreifendes Thema für Ihre Hochzeit? (Beispiele: Vintage, maritime Hochzeit, 20er Jahre usw.)

Für die Kalkulation des Pro-Kopf-Budgets Ihrer Hochzeitsfeier können Sie sich grob an folgender Faustregel orientieren: Zwischen 100 und 150 Euro sollten Sie pro Gast einplanen. Diese Richtlinie gilt allerdings nur als grobe Orientierung und kann nach oben und nach unten variieren.

Welche Möglichkeiten zur Budgetplanung gibt es?

Sobald Ihnen klar ist, welche Art Hochzeit Sie feiern und wie viel Geld Sie dafür ausgeben möchten, geht es auch schon an die Kostenplanung. Diese gelingt am besten mithilfe eines Budgetplaners.

Von kostenlosen Vorlagen aus dem Internet über Planungs-Apps (einfach nach den Keywords „Kosten Hochzeit“ oder „Hochzeitsplaner“ im App Store oder bei Google Play suchen) bis hin zu Hochzeitsordnern aus dem Handel, Sie können da etwas aussuchen, womit Sie persönlich am besten arbeiten können. Die Vorlagen und Apps zählen die Kostenfaktoren auf – damit Sie nichts vergessen. Selbstverständlich können Sie auch ganz einfach mit Block und Stift planen.

Brautpaarfiguren auf pinken Taschenrechner

Kirchlich, standesamtlich oder freie Trauung: Wie variieren die Kosten?

Für die Trauung im Standesamt zahlen Sie je nach Bundesland 50 bis 150 Euro. An einem Samstag oder einem besonders beliebten Tag wird es meist etwas teurer. Kirchen erheben häufig ebenfalls Gebühren für die Trauungszeremonie, die sich ungefähr mit den Standesamt-Kosten decken. Sollten Sie sich für eine freie Trauung entscheiden, können Sie für die Rede mit Kosten zwischen 700 und 1.000 Euro rechnen.

Tipp: Reduzieren Sie die Feierkosten, indem Sie den Standesamt-Termin und die kirchliche Trauung auf einen Tag legen.

Welche Faktoren spielen eine Rolle bei der Budgetplanung?

Etwa die Hälfte des Budgets fließt normalerweise in die eigentliche Gestaltung der Feier, etwa für die Location, die Musik, den Fotografen, das Catering usw. Der Rest entfällt auf Formalien und die Trauung selbst.

Die Hochzeitslocation

Die Miete für die Hochzeitslocation ist variabel. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn Sie bereit sind, Ihre Ansprüche hier etwas herunterzuschrauben und selbst für ein schönes Ambiente sorgen, lässt sich hier eine beträchtliche Summe einsparen. Zwischen Gemeindehaus, Restaurant und Schloss gibt es immerhin große Unterschiede bei den anfallenden Kosten. Durchschnittlich zahlen Paare ungefähr 500 Euro für die Miete der Location. Rechnen Sie daher grundsätzlich mit Kosten zwischen 150 und 2.000 Euro, wenn Sie noch nach einer geeigneten Location Ausschau halten.

Tipp: Möchten Sie vielleicht an einem Traumstrand heiraten? Erste Tipps dazu finden Sie in unserem Ratgeber Heiraten im Ausland

Von Sektempfang bis Hochzeitstorte: Preise für die Bewirtung

Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass die Bewirtung im Hotel deutlich teurer sein wird als ein Catering-Service, der sich um Speisen und Getränke kümmert. Vergessen Sie aber nicht, vorher mit dem Inhaber bzw. Vermieter der Location abzuklären, ob dies auch gestattet ist. Für Getränke werden etwa 30 bis 60 Euro pro Kopf veranschlagt. Für das Hochzeitsmenü liegen die Kosten bei ca. 30 bis 80 Euro pro Gast. Wenn Sie hier Geld einsparen wollen, besorgen Sie die Getränke am besten selbst, sofern der Location-Inhaber dies erlaubt. Hier erwarten Sie dann Kosten in Höhe von 5 bis 10 Euro pro Person. Und für den Sektempfang können Sie 1,50 Euro pro Kopf einplanen.

Können Getränke nicht mitgebracht werden, empfiehlt es sich, eine Getränkepauschale zu vereinbaren. Die Kosten für die Verpflegung während der Hochzeitsfeier lassen sich so besser kontrollieren. Vergleichen Sie auch vorher die Preise für Hochzeitsmenüs in verschiedenen Hotels, Restaurants und von verschiedenen Catering-Unternehmen. Denn nicht immer ist die erste Wahl auch die preiswerteste Variante.

Ihre Hochzeitstorte können Sie beim Bäcker, beim Catering-Service oder beim Konditor in Auftrag geben. Die durchschnittlichen Hochzeitstortenpreise variieren je nach Größe zwischen 150 und 350 Euro.

Kosten für die Hochzeits-Papeterie

Ob Einladungskarten, Tischkarten, Menüs, Kirchenheftchen oder Danksagungen: Auch Drucksachen gehören zu einer Feier dazu. Grundsätzlich fallen hier allerdings lediglich 1 bis 5 Euro pro Kopf an. Wenn Sie allerdings einen professionellen Gestalter, Kalligrafen oder einen Druckspezialisten mit einem einmaligen Design auf besonderem Papier oder mit besonderen Druckfinishes beauftragen, kommen dazu mehrere Hundert Euro on top.

Spar-Tipp: Einladungs- und Tischkärtchen, die Hochzeitszeitung oder sogar das Gästebuch können Sie mit einem kostenlosen Online-Tool wie beispielsweise Canva selbst gestalten und anschließend drucken lassen.

Paar beim Berechnen der geplanten Hochzeitskosten

Budgetposten Brautausstattung

Die Brautausstattung besteht aus:

  • Brautkleid
  • Brautschuhen
  • Schmuck und ggf. Haarschmuck, Accessoires, Wäsche, Brauttasche
  • Brautstrauß

Die meisten Bräute in Deutschland geben für ihren Brautstrauß zwischen 50 und 80 Euro aus. Deutlich mehr investieren sie in ihr Brautkleid: Hier variieren die Kosten deutlich; mindestens 600 Euro sollten Sie einplanen. Traditionell wurde das Brautkleid früher übrigens von den Brauteltern finanziert. Heute ist dies nicht mehr automatisch der Fall, kann dem Brautpaar aber helfen, den ein oder anderen Euro in andere Kostenfaktoren der Hochzeit zu investieren. Eine günstige Alternative sind da Second-Hand-Brautkleider, die viele spezialisierte Geschäfte in hervorragendem Zustand anbieten. Insgesamt kostet die Brautausstattung zwischen 600 und 2.000 Euro, wobei nach oben hin keine Grenzen gesetzt sind.

Geheimtipp Hochzeitsschuhe: Shops für Tanzbedarf. Hier finden Sie nicht nur viele strapazierfähige und stabile, sondern vor allem bequeme Schuhmodelle. Ob haut- und puderfarben oder silbern und weiß, ob festlich aus Satin oder funkelnd mit Strass und Glitzer, sind die Sandaletten und Pumps hier oft schon unter 20 Euro zu haben.

Budgetposten Bräutigamausstattung

Die Ausstattung des Bräutigams ist nicht ganz so umfangreich und teuer wie die der Braut. Zwischen 400 und 1.200 Euro lassen die meisten Bräutigame sich ihr Outfit für den großen Tag kosten. In den Kosten sind neben dem Anzug ein paar Schuhe, eine Fliege oder Krawatte und nach Wunsch Manschettenknöpfe inbegriffen. Auch diese Kosten übernehmen traditionell die Eltern.

Das Symbol des Ja-Worts: Trauringe im Hochzeitsbudget

Die Kosten der Trauringe setzen sich grundsätzlich aus den verwendeten Materialien und dem Design zusammen. Ein weiterer Kostenpunkt bei Ihren Eheringen können Extras sein, wie beispielsweise eine personalisierte Gravur. Viele Juweliere bieten Ihnen diese Dienstleistung beim Kauf der Eheringe allerdings auch als kostenlose Zusatzleistung an.

Grundsätzlich gilt bei den anfallenden Kosten: Platin ist teurer als Gold, Gold ist teurer als Silber oder Edelstahl; für diamantbesetzte Ringe müssen die Paare tiefer in die Tasche greifen als für schlichte Eheringe ohne Edelsteine. Wie hoch dieser Kostenfaktor ausfällt, hängt maßgeblich von Ihren Vorstellungen ab. Wichtig: Da die Eheringe täglich getragen werden, sollte das Design Ihnen beiden wirklich zusagen und darüberhinaus zu Ihnen sowie zu Ihrem Lifestyle gut passen. Nehmen Sie sich daher etwas Zeit zum Suchen.

Schauen Sie sich auch gerne in Ruhe in unserem Online-Shop um, um die für Sie passenden Trauringe zu finden

Hochzeitsfotograf, Preise und Tipps

Beim Thema Fotografie sollten Sie sich ebenfalls vorab fragen, wie wichtig professionelle Hochzeitsfotos für Sie sind und was Sie sich da genau wünschen. Viele Brautpaare sind durchaus bereit, hier mehr Geld zu investieren.

Fotografinnen und Fotografen, die sich auf Hochzeiten spezialisieren, kosten je nach Umfang des Auftrags zwischen 400 und 1.200 Euro. Kommen Backdrops, Fotobooths, Vorhänge oder andere Dekorationen für Fotos dazu, kann das auch noch zwischen 30 und 300 Euro zusätzlich kosten.

Extra-Tipp: Treffen Sie mit Ihren Foto-Profis am besten vorher Vereinbarungen über ggf. anfallende Überstunden. Meist werden diese nämlich extra abgerechnet.

Möchten Sie lieber Kosten sparen, schauen Sie, ob Sie zuverlässige Menschen aus dem Familien- oder Freundeskreis finden, die eine gute Kamera besitzen, ein Händchen für gute Bilder sowie wirklich Lust auf diesen doch recht aufwändigen Foto-Job haben.

Musik zur Feier: Die Kosten eines DJs für die Hochzeit

Was wäre eine Hochzeitsfeier ohne die passende Musik? Einen erfahrenen Hochzeit-DJ buchen Sie ab etwa 400 Euro für den gesamten Abend. Eine Live-Band ist in der Regel deutlich teurer. Insgesamt kommen für die musikalische Abendunterhaltung zwischen 400 und 1.200 Euro zusammen. An diesem Punkt zu sparen ist nicht immer ratsam, denn mit der Musik steht und fällt die Stimmung der Feier.

Damenhand, die Geld in ein Sparschwein wirft

Hochzeitsbudget: Das sollten Sie für die Blumendekoration einplanen

Blumenschmuck vervollständigt das Ambiente der Hochzeit: Dieser gehört nicht nur in den Brautstrauß, sondern auch zur Dekoration der Location oder der Kirche. Rechnen Sie für die Blumendeko mindestens 100 Euro ein. Nach oben hin ist die Grenze offen.

Vergleichen Sie verschiedene Floristen, um den besten Preis, aber auch den passenden Stil für Ihre Blumenarrangements zu finden.

Hochzeitsauto: Kosten und Alternativen

Lässt Ihr Budget es zu, können Sie sich mit einem edlen Wagen oder einer Kutsche zur Kirche oder zum Standesamt fahren lassen. Dies kostet Sie allerdings 300 bis 600 Euro oder sogar mehr. Häufig wird diese Leihgebühr von den Eltern oder Paten des Brautpaares als Geschenk übernommen.

Möchten Sie eine Hochzeit mit kleinem Budget planen, erkundigen Sie sich bei Privatanbietern für Hochzeitsfahrzeuge. Achten Sie dabei auf Bewertungen von bisherigen Kunden. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich, sich ein feierlich geschmücktes Auto aus dem Familien- oder Freundeskreis auzuleihen.

Hochzeit und Preise, mit denen niemand rechnet: Versteckte Kosten

Es gibt außerdem einige Budgetposten für die Hochzeit, die Brautpaare bei der Planung häufiger vergessen, beispielsweise:

  • Änderungen am Brautkleid oder am Smoking
  • Gebühren für bestimmte Urkunden (Heiratsurkunden, Familienstammbuch usw.)
  • Kosten fürs Brautstyling (Makeup und Frisur – liegen durchschnittlich bei 200 bis 300 Euro; auch Wimpernfärben oder Wimpernverlängerung vor der Hochzeit sind beliebte, da wasserfeste Makeup-Ergänzungen)
  • ggf. gesonderte Outfits fürs Standesamt
  • ggf. Outfits für die Blumenmädchen oder die Brautjungfern
  • Ringkissen
  • Portogebühren für Einladungen und Dankeskarten (je nach Format bis zu ca. 3 Euro/Adressat)
  • Tanzkurs-Gebühren

Schauen Sie sich im Vorfeld alles genau an, um solche versteckten Kosten rechtzeitig zu ermitteln und in Ihrer Budgetplanung aufzunehmen.

Feiern und Heiraten kosten mehr, als das Budget hergibt?

Es empfiehlt sich also aus vielen Gründen, frühzeitig mit der Planung der Hochzeit zu beginnen und vorab ein realistisches Hochzeitsbudget festzulegen. Wer seine Feier klug plant, kann häufig kreativ werden, Geld sparen und dennoch eine absolut einmalige Hochzeitsfeier organisieren. Mit etwas Glück bleibt am Ende vielleicht sogar noch Geld übrig, das die Flitterwochen noch etwas aufwertet.

Sollte das Budget trotz bester Planung Ihren Geldbeutel jedoch übersteigen, kann ein Hochzeitskredit eine Alternative darstellen. Erkundigen Sie sich jedoch ganz genau über die Konditionen und nehmen Sie diesen als Brautpaar nur dann in Anspruch, wenn Sie beide damit einverstanden ist. Möglicherweise kann Ihnen stattdessen auch ein naher Verwandter mit einem zinslosen Kredit aushelfen? Sie dürfen also einen kühlen Kopf bewahren, in der Regel findet sich für jedes Problem eine gute und individuelle Lösung.